Zur Anlage

> Was macht die Anlage?

Die solarthermische Wasserdesinfektionsanlage behandelt Wasser nach dem Prinzip des Abkochens mithilfe der Sonne. Morgens oder am Abend vorher wird die Anlage mit Wasser befüllt und am Abend stehen je nach Sonneneinstrahlungsintensität bis zu 50 Liter abgekochtes Wasser zur Verfügung. Dadurch ist sie eine gute Alternative zum Abkochen auf dem Herd oder über dem Holzfeuer.

> Was unterscheidet die Anlage vom Wasserabkochen auf einem Herd oder einer Feuerstelle?

Die Anlage nutzt alleine Sonnenstrahlung als Energiequelle. Damit braucht sie weder einen Anschluss an das Stromnetz (Elektroherd), noch Holz oder Kohle (Feuerstelle). Das ist besser für die Umwelt, weil keine Treibhausgase entstehen und in möglicherweise empfindlichen Regionen keine Bäume oder Sträucher für Brennholz abgeholzt werden. Auch die Nutzer profitieren direkt davon: Zum einen gibt es keine Rauchentwicklung, die zu Gesundheitsschäden führen kann. Zum anderen kann Zeit und Geld eingespart werden, wenn der Herd beim Abkochen nicht beaufsichtigt werden muss und man keine Ausgaben z.B. für das Feuerholz hat. Weitere Vorteile können sich bei alternativer Anwendung der Anlage (z.B. bei der Nutzung zur Kochwasservorwärmung) ergeben.

> Was kann die Anlage nicht?

Die Anlage kann keine chemischen Belastungen (z.B. Fluorid, Schwermetalle) entfernen. Trübes Wasser deutet auf eine hohe Feststoffbelastung des Wassers hin und kann dazu führen, dass die Anlage durch Ablagerungen mit der Zeit verstopft. In diesem Fall sollte das Wasser vorgefiltert werden (z.B. mit einem Stück Stoff).

> Was muss ich bei der Wahl der Wasserquelle beachten?

Das Wasser sollte keine chemischen Belastungen aufweisen. Außerdem sollten mit dem bloßen Auge keine Trübungen erkennbar sein. Hierfür kann es hilfreich sein, das Wasser vorzufiltern. Das Wasser sollte möglichst frei von Abwässern oder organischem Material sein und eine geringe Wasserhärte aufweisen, d.h. möglichst weich sein.

> Was mache ich, wenn die Sonnenstrahlung nicht ausreicht?

Die Anlage sollte mindestens im Bereich von 40 Grad südlicher bis 40 Grad nördlicher Breite funktionieren. Wenn dauerhaft kein oder sehr wenig Wasser aus der Anlage kommt, kann das an einem Problem im Aufbau liegen. Eine zu geringe Isolierung ist hier ein schnell gemachter Fehler.

Reicht die Sonnenstrahlung (z.B. aufgrund starker Bewölkung) nicht aus, müssen für diesen Zeitraum andere Behandlungsmethoden verwendet werden. Hier kann z.B. das Wasser wieder kurzzeitig auf einer Kochstelle abgekocht werden.

> Was muss ich beim Betrieb der Anlage beachten?

Einige Bereiche der Anlage können recht heiß werden. Insbesondere am Ausgang des Steigrohrs gilt es, Vorsicht walten zu lassen, da hier heißer Wasserdampf herauskommen kann. Steht die Anlage in der Sonne, sollte sie nicht “trocken laufen”, d.h. es sollte sich dann immer Wasser in Schlauch und Rohren befinden. Will man die Anlage außer Betrieb nehmen, muss der Absorber abgedeckt werden (z.B. mit einer Plane). Soll die Anlage für längere Zeit nicht laufen, sollte alles Wasser aus der Anlage entfernt werden.

> Wie teuer ist die Anlage?

Die Kosten für den Aufbau der Anlage können stark variieren, daher ist es uns nicht möglich, einen genauen Betrag anzugeben. Unser Ziel war es jedoch Materialkosten unter 100 bis 200 € zu erreichen. Der Aufbau der Anlage kann in Eigenregie und somit ohne zusätzliche Personalkosten ablaufen. Der Betrieb verursacht keine Kosten. Evtl. kann auf lange Sicht ein Austausch einzelner Komponenten notwendig sein.

> Welche Werkzeuge benötige ich für den Aufbau?

Wir haben uns auf gängige Werkzeuge beschränkt. Mehr Informationen dazu finden sich im Datenblatt oder in der Bauanleitung (siehe “Dokumente”).