So schauen wir auf das neue Jahr

In diesem Blogeintrag wird es um einen Jahresrückblick 2020 und unsere Erwartungen an das neue Jahr 2021 gehen. Das vergangene Jahr wird sicherlich den meisten Leuten als Corona-Jahr in Erinnerung bleiben. Auch wir mussten uns erst an die neuen Rahmenbedingungen, welche durch die Pandemie entstanden sind, gewöhnen und unsere Arbeitsweise dementsprechend anpassen. Obwohl viele Prozesse dadurch verlangsamt oder sogar behindert wurden, können wir rückblickend doch sehr zufrieden mit dem sein, was wir 2020 erreicht haben.

Während das Jahr 2019 neben dem Bau einer Anlage in Deutschland vor allem für die Vorbereitung der Ausreise genutzt wurde, konnten wir 2020 direkt mit dem großen Meilenstein der aktuellen Projektphase beginnen: der Ausreise unserer Ehrenamtlichen nach Tansania im Januar und Februar 2020. Durch diese Ausreise konnten wir wichtige Bausteine für den späteren Verlauf und Erfolg des SoWaDi Projektes legen.

So konnten wir zunächst Wartungen an zwei unserer Anlagen zur solaren Wasserdesinfektion durchführen, die 2017 in Mwanga zusammen mit unserem Partner Kilimanjaro Childlight Foundation gebaut wurden. Neben der Wartung ließen sich hier auch noch technische Verbesserungen der zwei Anlagen realisieren. Im Nachbarort Kidia, Distrikt Old-Moshi konnten wir außerdem vier neue Anlagen aufbauen, sodass in Tansania nun insgesamt sechs unserer Testanlagen stehen.

Seitdem stehen wir im wöchentlichen Austausch mit den Begünstigten, um Daten zum Wasseroutput der Anlagen zu erhalten. Außerdem bekommen wir so mit, wenn es Probleme mit den Anlagen gibt und können beratend zur Seite stehen. Um die Funktionsweise der Anlagen zu überprüfen, führt unser Projektpartner in regelmäßigen Abständen Wassertests durch.

Es ist für unsere aktuelle Testphase sehr wichtig, zuverlässige Daten über die Anlagen zu bekommen. Um die Datenlage bezüglich der Performance der Anlagen auszuweiten, haben Studierende der TU Darmstadt im Zeitraum vom Mai bis August des vergangenen Jahres in Kooperation mit unserem Projektteam ein autarkes Messsystem entwickelt. Dieses Messsystem wurde liebevoll MONA (Monitoring Offgrid Node for Assessment of SoWaDi Performance) getauft. Ein ausführlicher Blogeintrag zu diesem Messsystem ist hier zu finden. Das Lesen lohnt sich auf alle Fälle!

Im August 2020 wurde unsere erste Bauanleitung veröffentlicht. Um eine weltweite Verfügbarkeit der Anlagen zu ermöglichen, soll der Materialeinkauf und Aufbau alleine mit dieser Bauanleitung möglich sein. Die erste Version der Anleitung wurde bereits im Rahmen einer Ausreise im Jahr 2017 erstellt. Seitdem konnten wir aber durch den mehrfachen Aufbau der Anlage (zweimal bei der Ausreise 2017, Sommer 2018, Sommer 2019 und viermal bei der Ausreise 2020) wichtige Erfahrungen bezüglich des Aufbaus sammeln und konnten die Anleitung aus dem Jahr 2017 entscheidend verbessern. Die Anleitung lässt sich übrigens hier kostenfrei herunterladen und ist einen Anblick auf jeden Fall wert!

In der dritten Projektphase, der aktuellen Testphase, geht es vor allem darum, möglichst viele Daten zur Nutzung, Qualität und Haltbarkeit der Anlage zu sammeln, damit langfristig betrachtet, technische Optimierungen und Effizienzsteigerungen vorgenommen werden können, bevor die Anlage auch außerhalb von Tansania verbreitet werden kann. Vor diesem Hintergrund war die Ausreise 2020, die Entwicklung des Messsystems MONA und die Veröffentlichung unserer Bauanleitung für den Projekterfolg SoWaDis sehr wichtig. Mit den Resultaten dieser drei Ereignisse sind wir als Projektgruppe überaus zufrieden.

Für das kommende Jahr 2021 wollen wir natürlich am Projekterfolg des vergangenen Jahres anknüpfen und stellen dementsprechend auch gewisse Ziele und Erwartungen.

Um eine breite und diversifizierte Datenbasis zu erhalten, wäre es durchaus erstrebenswert noch mehr Anlagen an verschiedenen Standorten aufzubauen. Dazu wollen wir in Kooperation mit anderen Ingenieure ohne Grenzen Projekten treten, um in ihren Projektregionen SoWaDi Anlagen bauen und testen zu können. Unsere Bauanleitung wird auch zu diesem Zweck sehr hilfreich sein.

Ein anderer Punkt, an dem wir anknüpfen wollen, sind die MONA-Boards. Wir wollen diese nutzen, um zum einen die Performance der Anlagen in Tansania genauer zu analysieren und zum anderen etwaige im Rahmen einer Ingenieure ohne Grenzen-Kooperation neu gebaute Anlagen direkt mit unserem Messsystem auszustatten.

Zu guter Letzt möchten wir im Jahr 2021 auch eine neue, zweite Testanlage in Darmstadt aufbauen. So können konstruktive Veränderungen direkt an einer der Anlagen erprobt und mit der unveränderten Anlage verglichen werden. Ziel ist es, so die Veränderung bezüglich der Performance zu evaluieren und damit konkrete Verbesserungen herausarbeiten zu können.

Unsere Anlage in der Winterpause

Auf dem Experimentierfeld der TU Darmstadt steht unsere Testanlage DE01. Nachdem hier im Sommer 2020 ein Messsystem erfolgreich entwickelt und getestet wurde, das uns in den kommenden Sommern wichtige Daten zur Performance der Anlage liefern wird, wurde die Anlage nun in die Winterpause geschickt: Anders als in unseren Zielländern wie z.B. Tansania, scheint in Deutschland im Winter nur für wenige Stunden die Sonne, sodass die Anlage DE01 über den Winter keinen Output produzieren und somit auch keine verwendbaren Messdaten liefern kann. Um die Anlage während der Wintermonate vor Minustemperaturen, Eis, Schnee und Wind und hiermit verbundenem Verschleiß zu schützen, wurde sie nun von einem kleinen Team winterfest gemacht. Hierfür wurde das Wasser vollständig aus der Anlage gelassen, die empfindlichen Teile des Messsystems demontiert und die Anlage abgedeckt, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen.

Die Arbeit an der Anlage haben wir außerdem dazu genutzt, ein kleines Video zu drehen, in dem wir das Projekt und die Anlage für die Erstsemesterbegrüßung der TU Darmstadt vorstellen. Wenn ihr also gerne einen kurzen Überblick über unsere Projektarbeit und Eindrücke vom Winterfestmachen der Anlage erhalten wollt, schaut doch gerne hier vorbei.

Dass unsere Anlage Winterschlaf macht, bedeutet aber nicht, dass sich auch unsere Projektgruppe schlafen legt. Im Sommer wurden mithilfe des neuen Messsystems bereits viele Daten gesammelt, die nun von unserer Performance-Gruppe ausgewertet werden, um SoWaDi in Zukunft noch effizienter zu machen. Außerdem arbeiten wir zurzeit an neuen Kooperationen zur Verbreitung unserer Anlage, damit vielleicht schon im kommenden Jahr weitere Testanlagen in Tansania oder anderen Zielländern gebaut werden können. Auch in Darmstadt soll im nächsten Frühjahr eine weitere Testanlage entstehen. Durch den Aufbau einer zweiten Anlage in Deutschland sollen technische Weiterentwicklungen im Realbetrieb getestet werden können. Hierfür werden an einer der beiden Anlagen technische Änderungen vorgenommen und die Leistung mit der unveränderten Referenzanlage simultan verglichen. Auch dieser Aufbau wird bereits von unserer Projektgruppe geplant und vorbereitet.

Entwicklung eines Messsystems zur Bestimmung der Effizienz

Von Mai bis August 2020 führten die Studierenden Steffen Bißwanger, Leon Dungs, Sara Konrad, Nikola Milenkovski und Alexander Zinn an der TU Darmstadt ein Projekt im Rahmen ihres Studiums in Kooperation mit unserem Projekt SoWaDi durch. Ziel war die Entwicklung eines autarken Messsystems, das die Bestimmung der Anlageneffizienzen im Feld ermöglicht. Dies soll durch die automatisierte Datenerhebung von Sonneneinstrahlung, Wasseroutput und Umweltbedingungen erreicht werden.

Im Folgenden lesen Sie einige Aufzeichungen aus dem Laborbuch der Studierenden. Dort haben sie ihren Fortschritt aufgezeichnet und beschrieben, wie sie die Herausforderungen überwunden haben, die ihnen während des Projektes begegnet sind.

Phase 1: Auswahl der Komponenten

09.04.2020    09:45

Heute haben wir uns zunächst einmal kennengelernt, online versteht sich, und uns mit der Solarthermischen Wasserdesinfektionsanlage vertraut gemacht, mit der wir im Laufe des Projektes arbeiten werden. Zwei unserer Teammitglieder kennen die Anlage schon gut. Wir anderen lernen sie erst kennen. Um ein geeignetes Messsystem zu entwickeln, ist es wichtig, die Funktion der Anlage und die Bedingungen, in denen sie eingesetzt wird, gut zu verstehen.

08.05.2020   15:15

Wir konnten uns schon vor einiger Zeit darauf einigen, welche Größen wir messen wollen. Die wichtige Frage ist jetzt: Wie?
Heute besprechen wir unsere neusten Ideen, mit welchen kostengünstigen Sensoren und Konstruktionen wir die besten Ergebnisse bekommen können. Eine besondere Herausforderung ist die Messung der Wassermenge, die aus der Anlage herauskommt. In der Vergangenheit wurden schon einige Versuche durchgeführt, die an unterschiedlichen Problemen gescheitert sind. Temperaturschwankungen von Tag zu Nacht haben zu unzuverlässigen Ergebnissen von Wägezellen geführt und ein Sensor mit beweglichen Teilen ist beim Einsatz in Wind und Wetter verkantet.
Aber wir hatten eine neue Idee: Eine abgeschnittene Glasflasche mit kleinem Loch im Deckel kann umgedreht als Auffangbehälter und Anstauvorrichtung für die minütlichen Wasserschwalls aus der Anlage dienen. Wir messen dann die Zeit, bis die Glasflasche nach einem Schwall wieder leer wird.

23.05.2020   17:18

Wir sind nun endlich so weit: Nach 5 Stunden Besprechung haben wir für alle Sensoren, die Recheneinheiten des Systems, die Datenübermittlung und die Stromversorgung passende Komponenten ausgewählt. Jetzt können wir nur noch warten bis die Bestellung ankommt und hoffen, dass alles zusammenpasst.

31.05.2020    13:15

Gerade haben wir die Nachricht erhalten, dass das erste Paket angekommen ist. Jetzt kann die richtige Arbeit beginnen.

Phase 2: Programmierung und Bau des Messsystems

31.05.2020   14:45

Bis auf ein Teammitglied hat bisher noch niemand von uns mit den Microcontrollern gearbeitet, die wir für das Projekt verwenden wollen: Arduinos.

Nachdem wir uns das Programmierinterface auf dem Computer eingerichtet haben, können wir endlich das erste Programm auf den Arduino laden.

31.05.2020  14:46

Der Arduino fängt an zu blinken. Hurra! Mal sehen ob es genauso einfach wird, die Sensoren anzuschließen und auszulesen.

02.06.2020   12:37

Den SD Kartenleser, die Strommessgeräte zur Messung der Sonnenintensität und die einfachen Thermometer konnten wir ohne Probleme zum Laufen bringen. Die etwas komplizierteren Thermometer für die höheren Temperaturen zeigen bisher nur merkwürdige Werte an. Woher die kommen, können wir uns nicht erklären. Ein Thermometer zeigt uns 65°C und ein anderes 9°C an, beide Temperaturen sind definitiv nicht korrekt.

02.06.2020    19:36

Gerade sind wir auf eine Möglichkeit gestoßen, die merkwürdigen Werte zu korrigieren. Ein Wert in der Berechnungsformel ist eine Vergleichsspannung. Beim Nachmessen dieser Spannung an den Sensoren ist uns aufgefallen, dass diese für jeden Sensor individuell anders ist. Nachdem wir diese nun in die Software eingearbeitet haben, zeigen alle Thermometer plausible Werte.

13.06.2020   09:42

Wir befinden uns nun schon mitten im Juni, das Wetter bietet optimale Bedingungen, um das neue Messsystem auszutesten. Es wird also höchste Zeit, dass wir das Messsystem endlich an die Anlage anbauen. Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Platine für das Messsystem fertigzustellen. Wir löten alle Verbindungen von Hand. Hoffentlich geht unser Plan auf. Auch die Datenübermittlung per Mobilfunk funktioniert immer noch nicht. Nachdem wir mittlerweile schon ein besseres Modul bestellt haben und immerhin eine Verbindung zum Mobilfunknetz bekommen konnten, haben wir es leider immer noch nicht geschafft, die Daten automatisch zu verschicken. Langsam drängt die Zeit. Wenn wir das nicht schaffen, könnte das gesamte Projekt scheitern.

14.06.2020   21:06

Nach zwei Tagen harter Arbeit ist die Platine fertig gelötet. Das Messsystem kann endlich in die Schutzhülle eingebaut werden, in der es später an der Anlage vor Regen geschützt ist. Auch mit der Versendung der Daten haben wir wichtige Fortschritte gemacht. Die Mikrocontroller kommen jetzt langsam an die Grenzen ihrer Rechenkapazität, weitere Änderungen werden immer schwieriger. Zum Glück gilt es jetzt aber nur noch, ein paar kleinere Softwareprobleme zu beheben, und dann können die Messungen bald starten.

Phase 3: Anbau des Messsystems an die Anlage

20.06.2020   09:16

Es ist so weit: Heute können wir das Messsystem heute endlich anbauen. Es läuft jetzt schon seit gestern durchgängig und ist einsatzbereit.

20.06.2020   22:03

Wir warten jetzt schon seit 3 Minuten gespannt auf die Daten vom ersten Tag. Jetzt kommt der Moment der Wahrheit. Wenn heute alles ohne Probleme geklappt hat, sind wir zuversichtlich, dass das Messsystem auch die nächsten drei Monate weiterarbeiten kann, bis im Oktober zu wenig Licht verfügbar sein wird.

20.06.2020   22:04

Die ersten Daten haben uns erreicht. Uns fällt ein Stein vom Herzen. Wir haben es geschafft und uns erst mal eine Pause verdient. Sobald wir genug Daten haben, können wir uns an die Auswertung setzten und einen vollständigen Bericht verfassen.

Ausblick:

Dem Team ist es mit den Messungen über einen Zeitraum von 30 Tagen gelungen herauszufinden, welche Sensoren für die Messungen relevant und geeignet sind. In Zukunft wird es also möglich sein, ein kostengünstiges Messsystem zu bauen, dass alle wichtigen Messungen durchführen kann. Fast das gesamte Team wird in Zukunft das Messsystem ehrenamtlich bei Ingenieure ohne Grenzen weiterentwickeln. Das neue Messsystem taufen wir auf den Namen MONA (Monitoring Offgrid Node for Assessment of SoWaDi Performance). In Zukunft wird MONA beim Sammeln von Langzeitdaten in Tansania und bei der Weiterentwicklung der Anlage in Darmstadt helfen. Im Gegensatz zu ihrer Mutter ist MONA etwas kleiner und kompakter, und auch nicht mehr so durchsichtig, eben perfekt gerüstet, um eine Weltreise anzutreten.

Aufzeichnung unserer Veranstaltung “SoWaDi stellt sich vor”

Hallo zusammen!

Wie bereits im vorigen Blogeintrag angekündigt, hatten wir am 29.10.2020 die Möglichkeit einen Online-Vortrag für SoWaDi Unterstützer*innen und Interessierte zu halten.

Der Vortrag, den wir nun auch in Form eines Videos zur Verfügung stellen können, gibt sowohl einen Überblick über die Idee und die Historie unseres Forschungsprojektes, als auch über unsere Ausreise im Frühjahr 2020 und einen Ausblick in die Zukunft. Gehalten wurde er von drei Mitgliedern der Projektgruppe: Julius Breuer, Sara Konrad und Jan Erik Schliephake. Die Moderation übernahm Philipp Erdmann von der Darmstädter Regionalgruppe.

Der Vortrag dauert ungefähr 30 Minuten. Im Anschluss können Sie die gesamte Fragerunde von ca. 20 Minuten anhören. Leider fehlen aufgrund von technischen Schwierigkeiten die ersten 20 Sekunden des Vortrags. Das ist zwar sehr schade, aber schmälert den Vortrag inhaltlich keineswegs. 🙂

Wir bedanken uns bei allen, die teilgenommen und mit ihren Fragen für eine spannende Fragerunde gesorgt haben!

Sollten Sie weitere Fragen zum Vortrag oder dem Projekt haben, können Sie sich hier an uns wenden: https://www.sowadi.de/kontakt/

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Einladung zu einem SoWaDi Online-Vortrag

Der Zugang zu sicherem Wasser ist seit 2010 weltweit als Menschenrecht anerkannt. Doch verunreinigtes Wasser stellt in weiten Teilen der Welt nach wie vor ein großes Problem für die Gesundheit der lokalen Bevölkerung dar. Deswegen entwickeln wir SoWaDi.

SoWaDi steht für Solar Water Disinfection: Die im Projekt entwickelten und erforschten Anlagen zur solaren Wasserdesinfektion nutzen Sonnenenergie zur Verbesserung der Wasserqualität. Seit 2010 entwickeln wir zusammen mit lokalen Partnern in ländlichen Gebieten Tansanias technische Lösungen, um die Wassersituation für Familien und an Schulen zu verbessern.

Das Ziel unseres Projekts ist es, dass möglichst viele Menschen Zugang zu keimfreiem Wasser erhalten, denn sauberes Wasser schützt vor Krankheiten wie Typhus und Cholera. Um dies zu erreichen, steht eine Bauanleitung kostenlos zur Verfügung. So kann jede*r die Anlage mit lokal verfügbaren, kostengünstigen Materialien selbst bauen und installieren.

Die Arbeit, die trotz der Corona-Pandemie weitergeht, findet in enger Kooperation mit unserem lokalen Projektpartner Kilimanjaro Childlight Foundation (KCF) statt. In Tansania wurden, zusammen mit örtlichen Schülergruppen und Familien, bereits sechs der Anlagen errichtet. Die Betreuer der Anlage vor Ort erfassen regelmäßig die Daten, die für eine stetige Optimierung der Anlagen gesammelt und ausgewertet werden. So wollen wir mögliche Schwachstellen aufspüren, die Effektivität verbessern und zu einer langfristigen und nachhaltigen Lösung der ländlichen Wasserversorgung beitragen. Im Juli konnte ein Team der KCF die Anlagen besuchen und sicherstellen, dass sie rechtzeitig zum Anfang der Trockenzeit wieder in Betrieb gehen können.

Wenn Ihr genauer wissen möchtet, wie unsere Anlage zur solaren Wasserdesinfektion funktioniert, wie wir die Forschungs- und Entwicklungsarbeit gemeinsam mit der KCF in Tansania trotz Corona weiterführen oder wenn Ihr weitere Fragen habt, dann nehmt an unserer Online-Veranstaltung „SoWaDi stellt sich vor: Sonnenenergie für sauberes Wasser“ am Donnerstag, den 29.10. um 19:00 Uhr teil! Um den Link zur Veranstaltung zu erhalten, schreibt bitte an: regina.berlinger@ingenieure-ohne-grenzen.org.

Ein kleines Update aus Tansania

Hallo zusammen! 

Wir haben wieder ein paar spannende Neuigkeiten aus Tansania, die wir gerne mit euch teilen wollen. Unsere Anlagen TZ03, TZ04, TZ05 und TZ06 stehen mittlerweile ein dreiviertel Jahr in Kidia – es wurde also langsam Zeit für einen Wassertest, um die Qualität des Outputwassers sicher zu stellen. Von den vier Anlagen wurden bisher allerdings nur TZ03 und TZ04 getestet, da die beiden anderen zum Testzeitpunkt abgedeckt waren. Bleibt gespannt, hier werden die Testresultate auf jeden Fall noch folgen.  

Die Ergebnisse für die Anlagen TZ03 und TZ04 stimmen uns auf jeden Fall positiv! Im mit E. coli Bakterien verseuchten Inputwasser konnten nach der Behandlung durch die Anlagen TZ03 und TZ04 keine Bakterien mehr nachgewiesen werden. Dies bestätigte uns das staatliche Labor MUWSA (Moshi Urban Water Supply And Sanitation Authority). Beide Anlagen liefern somit sauberes Wasser für den täglichen Gebrauch. Wir sind begeistert von den Ergebnissen, da diese uns ein weiteres Mal zeigen, dass das SoWaDi-Konzept der Wasserbehandlung funktioniert und die Anlagen auch über einen längeren Zeitraum zuverlässig arbeiten. Die ausführlichen Testergebnisse seht ihr in der Bildergalerie oben. Solltet ihr Fragen hierzu haben, schreibt uns gerne über das Kontaktformular… 😉 

Ansonsten ist zu verkünden, dass sich alle Anlagen in einen guten Zustand befinden! Zwar müssen kleinere Reparaturarbeiten, wie das Wechseln eines Wasserhahns oder des Covers für die Wassercontainer, durchgeführt werden; alles in allem haben die Anlagen die Regenzeit gut überstanden. 

Hier sieht man den Outputverlauf von TZ04. Die blauen Balken stellen den jeweiligen Tagesoutput dar, der durchschnittliche Output liegt bei 6 Litern pro Tag.

Aktuell sind die Outputs der Anlagen vergleichsweise gering (ein Verlauf des Outputs von TZ04 befindet sich oben in der Bildergalerie). Dies wird sich hoffentlich ändern, wenn sich in ein paar Wochen die Wolken der Sonne weichen.  

Bleibt gesund und munter! 

Langersehntes Präsenztreffen der Projektgruppe

Hallo zusammen, 

nach nun mehr als drei Monaten, seit die Projekttreffen auf virtuelle Weise umgestellt wurden, hat am  Freitag den 17.07 wieder ein langersehntes Treffen stattgefunden. Alle SoWaDi-Mitglieder die Lust und Zeit hatten, verbrachten einen sehr schönen Abend auf dem Gelände der Anlage. Das Treffen war von den eigentlichen Projekttreffen entkoppelt und sollte vor allem dazu dienen, das Gruppengefühl und die Gruppenzugehörigkeit zu stärken.  

Steffen erklärt der Gruppe ihre Fortschritte innerhalb des ADP.

Auch mit dabei waren Steffen und Alex, die zusammen mit Sara, Leon und einem weiteren Maschinenbaustudenten der TU-Darmstadt unsere Anlage zum Mittelpunkt ihres ADP (Advanced Design Projekt) gemacht haben. Das vergangene Semester haben sie sich intensiv mit der Fragestellung auseinandergesetzt, welche Langzeitdaten zur Erhebung sinnvoll sind und wie man die Messtechnik optimieren kann. Ihre bisherigen Arbeitsfortschritte und Erkenntnisse haben sie am Freitag mit der gesamten Gruppe geteilt. Diese hatte bisher lediglich oberflächliche Eindrücke von den Resultaten, umso spannender war es den Messaufbau erklärt und Fragen direkt von den Profis beantwortet zu kriegen. Die fünf haben in den letzten Monate ganze Arbeit geleistet! Zu den Details ihrer Arbeit ist ein eigener Blogeintrag schon in Planung.

Gruppenfoto mit allen Picknick-Teilnehmern.

Das Zusammenkommen war sehr unbeschwert, bis in die Abendstunden wurde das gemeinsame Picknick verköstigt und sich über Allerlei ausgetauscht. Jedoch haben auch wir bei aller Freude des Wiedersehens stets auf Mundschutz und Sicherheitsabstände wertgelegt. Auch wenn die Situation in Deutschland Präsenztreffen erneut zulässt, haben wir uns erstmal dazu entschieden weiterhin auf virtuellem Wege miteinander zu arbeiten. Bisher haben die regelmäßigen Treffen auch so gut funktioniert und jede Kompetenzgruppe arbeitet weiterhin fleißig an ihren selbstgewählten Arbeitspaketen.  

Wir hoffen zwar bald wieder erneut in Präsenz zusammenzukommen, erkennen aber die Dringlichkeit weiterhin Ansammlungen zu vermeiden, um uns und unsere Liebsten bestmöglich zu schützen! 

Bleibt gesund und freut euch auf ein baldiges Update des ADP-Teams!  

Neuigkeiten aus Tansania

Hallo zusammen! 

In den letzten Wochen haben uns immer wieder Neuigkeiten über unsere Anlagen aus Tansania erreicht und so nutzen wir mal die Gelegenheit im folgenden Blogeintrag diese Neuigkeiten mit allen Interessenten zu teilen. 

Besichtigung der Anlage TZ01 am Malage VTC.

Die Kilimanjaro Childlight Foundation ist mit einer Kleingruppe ans Malage VTC und nach Kidia gefahren, um die insgesamt sechs Anlagen zu besichtigen und sich mit den Nutzern auszutauschen. Dabei stellte sich heraus, dass momentan lediglich drei der sechs erbauten Anlagen in Betrieb sind. Aufgrund der COVID-19-Pandemie und den resultierenden Schulschließungen, sind die Anlagen der Kidia Primary bzw Secondary School weiterhin nicht  in Betrieb, dies soll sich jedoch mit baldiger Schulöffnung wieder ändern. 

KCF-Team und Betreuer der Anlage TZ01.
Besuch der Anlage TZ02 am Malage VTC.

Außerdem ist das Wetter in Tansania momentan noch sehr bewölkt, da erst seit kurzem die Regenzeit vorbei ist. Daher konnte die Entnahme der geplanten Wasserproben nicht stattfinden, da die Anlagen bei schlechtem Wetter leider keinen Output liefern. Aus demselben Grund ist eine weitere  Anlage noch abgedeckt, diese soll aber wieder aktiv werden, sobald das Wetter es ermöglicht. 

Am Malage VTC laufen die Anlagen wie geplant, was uns sehr freut! 

Diese Mitarbeiter der Kilimanjaro Childlight Foundation haben unsere Anlagen besucht.
TZ04 in Kidia.
 
KCF-Team und Betreuer der Anlage TZ04 in Kidia.

Wir hoffen, dass es allen SoWaDi-Mitwirkenden den Umständen entsprechend gut geht und sind gespannt auf weitere Rückmeldung aus Tansania, sobald die Anlagen wieder in Betrieb sind. 

Bleibt gesund!! 

Trotz Lockdown: Es geht weiter

Hallo zusammen! 

Unsere Ausreisenden sind mittlerweile schon wieder über einen Monat in Deutschland. In dieser Zeit ist viel passiert und wir möchten euch mit diesem Blogeintrag ein kleines Update über unsere aktuelle Arbeit sowie der Situation in Tansania und in Darmstadt geben. 

Unsere aktuelle Arbeit:

Wiederinbetriebnahme unserer ersten Testanlage auf der Lichtwiese in Darmstadt

Sofort nach der Rückkehr von Rebecca, Jonas und Julius aus Tansania, ging es mit der Nachbereitung der Ausreise los. Diese umfasst neben der Sichtung von Bildern, Notizen und Co auch die ständige Kommunikation mit unserem Projektpartner, der Kilimanjaro Childlight Foundation (KCF), und den Nutzer*innen der Anlagen. Außerdem werden die Kosten der einzelnen Anlagen abgeschätzt und die Interviews mit den Leuten vorort ausgewertet. 

Für Feedback und die Aufnahme der wöchentlich gesendeten Messdaten haben wir eine  

Betreuungsgruppe gegründet, die den Kontakt nach Tansania aufrechterhält. Die so gesammelten Messdaten umfassen neben dem täglichen Wasseroutput der 6 Anlagen auch Informationen über das Wetter. Diese Wetterdaten können in Zukunft mit den Daten einer Online-Datenbank abgeglichen werden und ermöglichen eine detailliertere Analyse der Outputdaten. 

Während der Ausreise wurden außerdem kleinere Konstruktionsänderungen an der Anlage vorgenommen, die nun in der Themengruppe für Performance-Fragen diskutiert und durch die Anleitungsgruppe in die Aufbauanleitung aufgenommen werden. Unser Ziel ist es, größere konstruktive Änderungen beim geplanten Aufbau der zweiten Testanlage hier in Darmstadt aufzunehmen. 

Ein besonderer Fokus liegt im Moment auf der Messtechnik. Im Rahmen eines Advanced Design Projects (ADP) wird von 5 Studierenden an einer robusten, günstigen und einfach zu implementierenden Messelektronik gearbeitet, die bei unserer zweiten Testanlage im Sommer schon verbaut werden soll. Gleichzeitig sollen Größen zur Charakterisierung der Performance der Anlage bestimmt werden. Das hierfür ausgeschriebene ADP wird vom Institut für Technische Thermodynamik an der TU Darmstadt betreut. 

Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf unsere Arbeit:

Natürlich hat die COVID-19-Pandemie große Auswirkungen auf unsere Arbeit. Wir möchten euch in diesem Blogeintrag einen kurzen Einblick über die Situation in Tansania geben. Hierfür haben wir von Ichikael, unserer Ansprechpartnerin bei der KCF, und Gasiano, dem Schulleiter des Malage Vocational Training Center, wo das Ausreiseteam dieses Jahr die zwei Anlagen von 2017 wieder in Betrieb genommen hat, Einblicke in das aktuelle Leben in Tansania erhalten, die wir euch hier kurz präsentieren wollen. 

Ichikael (Kommunikation vom 01.04.): 

An der abgedeckten Anlage TZ01 am Malage VTC wird das Wasser abgelassen.

Ichikael hat einen Sohn und kümmert sich auch um ihren Neffen. Beide müssen grade zu Hause bleiben, da die Schulen in Tansania geschlossen sind. Sie übernimmt die Arbeit der Lehrkräfte – leider wollen die beiden Kleinen trotz allen Einsatzes wieder zur Schule. Aktuell stellt sich die Frage, ob auch die Prüfungen zu Hause geschrieben werden sollen. Andere Einrichtungen wie Märkte und Kirchen sind weiterhin geöffnet, Massen-veranstaltungen wurden allerdings abgesagt. Problematisch seien vor allem Menschen, die die Situation nicht ernst nehmen. Viele schränken ihr öffentliches Leben nicht besonders ein, hygienische Schutzmaßnahmen, wie Händewaschen, werden häufig nicht getroffen. Zwar sind in Tansania vergleichsweise wenig Menschen in Quarantäne, trotzdem ist die Anspannung bemerkbar. Die Infektionszahlen aus Europa werden mit großer Sorge verfolgt. 

Wir sind sehr froh, dass es allen Nutzern und Mitwirkenden in Tansania den Umständen entsprechend gut geht. Zwar ist das öffentliche Leben zum Teil eingeschränkt, doch nur so kann die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden. Der ständige Kontakt mit den Nutzern vor Ort ist in diesen Zeiten besonders wichtig! 

Auch die Anlage TZ03 an der Kidia Primary School ist abgedeckt.

Gasiano (Kommunikation vom 25.03.) :

Gasiano beschreibt die aktuelle Situation als schwierig. Schade sei es, dass seine Berufsschule für Schüler geschlossen ist; gleichzeitig sieht er die Lage wegen der noch geringen Infektionszahlen positiv. Die Lehrer an seiner Schule gehen weiterhin ihren Aufgaben, wie Instandhaltung der Schule oder dem Bewirtschaften der schulischen Gärten nach. Die Schulschließungen der Regierung werden voraussichtlich bis zum 17.04. andauern und streng überwacht. Bei der verbotenen Öffnung einer Schule riskiert der Schulleiter eine dauerhafte Schließung der Institution. 

Gasiano hat fünf Kinder. Seine Tochter studiert in Xi’an, China und kam wegen COVID-19 bereits im Februar zurück nach Tansania. Die Familie ist froh, dass sie zuhause ist und alle gesund sind. Über verschiedene Nachrichtenkanäle wird sich über die Situation in anderen Ländern informiert. Besonders die Lage in Italien wird mit großen Sorgen verfolgt. 

Da unsere Anlagen teilweise auf Schulgrundstücken stehen, wurden einige von ihnen in den Standby-Modus versetzt. Der Absorberkasten wird hierfür mit einer lichtundurchlässigen Folie abgedeckt, sodass sich keine Bauteile durch die Sonne aufheizen. Im Moment befinden sich drei der Anlagen in diesem Zustand. Die restlichen Anlagen werden weiterhin benutzt und es werden wöchentlich Messdaten an die Betreuungsgruppe geschickt. 

Natürlich hat sich auch die Arbeitsweise innerhalb der Projektgruppe in den letzten Wochen angepasst. Da alle im Homeoffice arbeiten, mussten Alternativen für Besprechungen und Projektgruppentreffen gefunden werden. Für unsere Treffen jeden zweiten Dienstag benutzen wir ein Programm für Sprachkonferenzen. Es wird viel über Social Media kommuniziert und Vorträge können über eine spezielle Webseite präsentiert werden. Trotz aller technischen Helferlein freuen wir uns auch wieder auf gemeinsame Stunden im Hochschulgruppenhaus! 

Bleibt gesund und bis dann! 

Kukaa na afya na mpaka wakati huo! 

Hinter den Kulissen – Ein Bericht aus dem Backoffice

Auch während der Ausreise hat die Projektgruppe in Deutschland nicht aufgehört, sich regelmäßig zu treffen. Neben Backofficeaufgaben haben wir auch mit der Projektarbeit weitergemacht.
Das bin ich, Sara Konrad.

Hallo, ich bin Sara Konrad. Zum Abschluss der diesjährigen Ausreise erzähle ich aus der anderen Perspektive: Aus dem Backoffice. Dieses hat die Ausreisenden aus der Ferne tatkräftig unterstützt, aber auch den normalen Projektbetrieb in Darmstadt aufrechterhalten. 

Ich bin 25 Jahre alt und studiere im Master Maschinenbau und Energy Science and Engineering. Bereits seit 2015 bin ich bei Ingenieure ohne Grenzen in Darmstadt tätig, bei SoWaDi habe ich jedoch erst zwei Jahre später angefangen. 

Lange Zeit habe ich mich ausschließlich mit der Organisationsarbeit der gesamten Regionalgruppe beschäftigt, habe Newsletter geschrieben, Teambuilding-Events organisiert und die Arbeitsmedien der Regionalgruppe koordiniert. Mir war es persönlich wichtig, mich in der Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen. Nach zwei Jahren, in denen ich mich rein in der Organisationsarbeit betätigt habe, wollte ich jedoch in ein Projekt einsteigen und habe mich für SoWaDi entschieden. Gerade im Projekt SoWaDi ist es gut möglich, vielen Menschen durch die Verbesserung der Wasserversorgung eine bessere Lebenssituation zu ermöglichen.   Hier hatte ich von Beginn an den Eindruck mein Wissen aus dem Studium am besten einsetzen zu können.

Am Anfang meiner Projektarbeit war das Ausreiseteam von 2017 bereits seit ein paar Monaten zurück aus Tansania und die Phase der Nachbereitung war in vollem Gange, sodass sich aus der Ausreise ergebende Anlagenveränderungen angegangen wurden. Die Ausreise hatte gezeigt, dass die Anlage an einigen Punkten optimiert werden konnte, um zu einer höheren Effizienz  und Robustheit beizutragen und die Verbreitung zu vereinfachen. Meine Aufgabe war es, mich mit den in Tansania aufgetretenen Glasbrüchen zu beschäftigen. Eins der Ergebnisse war, dass man die hochbeanspruchte untere Glasscheibe in mehrere kleine Glasscheiben unterteilt. 

Neben technischen Herausforderungen von SoWaDi war es uns lange Zeit nicht möglich einen Standort für eine Testanlage in Deutschland zu finden, der es uns erlaubt hätte die Anlage länger als sechs Wochen in Betrieb zu haben. Deswegen war ich ausgesprochen froh, dass wir  Anfang 2019 endlich fündig wurden und wir ein paar Monate später an der TU Darmstadt eine Anlage aufbauen konnten, die dort für mindestens 3 Jahre stehen bleibt. So ist es uns möglich Änderungen gleich in der Praxis zu testen und Langzeitdaten zu sammeln.  

Neben den Fähigkeiten, die ich durch die inhaltliche Ingenieursarbeit erworben habe, habe ich enorm viel über das gemeinsame und effiziente Arbeiten in großen Gruppen gelernt. Seit Oktober 2018 bin ich deswegen auch Ansprechpartnerin von SoWaDi geworden und habe seitdem enorm viel über erfolgreiche Gruppenführung und -organisation gelernt und konnte die bereits erworbenen Fähigkeiten aus meiner IOG-Anfangszeit gezielt einsetzen. 

Außerdem bin ich durch diese Arbeit viel sensibilisierter, wenn es um interkulturelle Kommunikation und Entwicklungszusammenarbeit geht. Auch der Besuch von einigen Seminaren zur Weiterbildung von Ingenieure ohne Grenzen hat dazu beigetragen. Durch diese Arbeit habe ich einen ganz anderen Blickwinkel auf Themen wie Alltagsdiskriminierung und Rassismus bekommen. 

Während das Ausreiseteam in Tansania tätig war, war es meine Aufgabe sie so gut es geht zu unterstützen und Aufgaben abzuleiten, die das Backoffice für sie übernehmen kann. So konnten sie sich vor Ort voll und ganz auf ihre Aufgaben konzentrieren, dabei wusste ich stets was für sie gerade ansteht und war an den wichtigen Entscheidungen beteiligt. 

Die Tätigkeiten unseres Backoffice-Team waren vor allem organisatorischer Natur: Wir haben die Blogeinträge und Spendenberichte geschrieben, Fragen seitens des Ausreiseteams beantwortet und dabei die langfristige Ausrichtung des Projekts vorangetrieben. 

Alle sechs SoWaDi-Anlagen haben eine eindeutige Seriennummer. Natürlich darf dann ein Typenschild nicht fehlen. 
Von den Nutzern der Anlagen bekommen wir regelmäßig Daten über die Anlagen geschickt. Dadurch können wir mit der Zeit erkennen, wie sich die Leistungsfähigkeit verändert.

Außerdem hatten wir während der Ausreise genug Zeit, um die Kommunikation zwischen uns als SoWaDi-Team in Darmstadt und den Nutzern der Anlagen einzuspielen. Das Schöne daran war, zu sehen, dass nicht nur wir Input an die Menschen vor Ort geben konnten, sondern auch von den engagierten Nutzern Verbesserungsvorschläge zu unserer Arbeit kamen, wodurch wir mit den meisten Nutzern mittlerweile schon ein eingespieltes Team sind. Das war ein sehr wichtiges Zeichen, das den guten Verlauf der Ausreise widerspiegelt und hoffentlich beispielhaft dafür ist, wie es läuft, wenn die Ausreisenden wieder zurück in Darmstadt sind. 

Besonders freut mich auch, dass es mit dem Projekt auch in Deutschland gleich weitergeht. Die Testphase geht auch hier in Deutschland in die nächste Runde: In Zusammenarbeit mit dem Institut für Technische Thermodynamik der TU Darmstadt wollen wir unser Messtechnikkonzept noch weiter optimieren, um die Effizienz der Anlage zu steigern. Neben der Anlage, die bereits hier in Darmstadt steht, soll sich zum Sommeranfang ein Zwilling gesellen. Die Idee ist, dass wir Verbesserungen, die wir an der Zwillingsanlage vornehmen werden, nicht nur noch schneller umsetzen, sondern vor allem auch direkt im Vergleich zur Standardanlage bewerten können. 

In der vergangenen Woche hat das Ausreiseteam wichtige Besprechungen mit dem Projektpartner gehabt, die vor Ort direkt mit den Zuständigen geführt werden mussten. Diese Besprechungen waren enorm wichtig, damit die Kilimanjaro Childlight Foundation in Zukunft die Schnittstelle zwischen uns und den Nutzern sein kann, sollte es zu jeglichen Problemen mit den Anlagen oder der Kommunikation untereinander kommen. 

Am Mittwoch 04.03.2020 haben dann auch Jonas, Julius und Rebecca schweren Herzens die Heimreise angetreten und sind Donnerstagmorgen wohlbehalten in Deutschland gelandet. 

Jetzt nach der Ausreise steht zu allererst die Nachbereitung an, damit kein wertvolles Wissen verloren geht.  Es wurde eine Vielzahl von spannenden Gesprächen zum Thema Verbreitung der Anlage geführt und wir müssen die Daten, die wir konstant von den Nutzern erhalten, kontinuierlich aufbereiten. 

Wenn die unmittelbare Nachbereitung abgeschlossen ist, wird die größte Herausforderung im Team sein, die weiteren wesentlichen Projektaufgaben auszukristallisieren und uns auf die neu gesetzten Ziele zu fokussieren. Dazu gehören sicherlich unter Anderem technische Herausforderungen, die beim Aufbau der sechs Anlagen aufgefallen sind, von denen das Ausreise-Team in den nächsten Wochen detailliert berichten wird. 

Insgesamt bin ich überaus froh, dass die Ausreise trotz kleiner Herausforderungen gut gelaufen ist. Wir können wirklich zufrieden und stolz sein, die lange Vorbereitung hat sich gelohnt. Es wurde außerordentlich viel geschafft, nicht nur vom Ausreiseteam und von uns im Backoffice, sondern auch von den Menschen vor Ort, die wir größtenteils vor der Ausreise nicht einmal kannten. Dass beim Zusammenarbeiten vor Ort das Feedback stets positiv war, war eine willkommene Belohnung für die letzten Monate intensiver Vorbereitung. 

Wir merken wie wichtig es ist weiter an unserem Projekt zu arbeiten. Nicht nur weil wir selbst fasziniert davon sind, sondern auch weil die Menschen vor Ort die Notwendigkeit der Anlagen und ihre Vorteile gegenüber bereits existierenden Methoden der Wasseraufbereitung sehen. Die Problematik der Wassersituation ist und bleibt weiterhin aktuell in vielen Regionen dieser Welt und für all diese Menschen lohnt es sich die Anlage weiter zu überarbeiten und Verbreitungsstrategien zu optimieren, damit möglichst viele Menschen davon profitieren können.