In diesem Blogeintrag wird es um einen Jahresrückblick 2020 und unsere Erwartungen an das neue Jahr 2021 gehen. Das vergangene Jahr wird sicherlich den meisten Leuten als Corona-Jahr in Erinnerung bleiben. Auch wir mussten uns erst an die neuen Rahmenbedingungen, welche durch die Pandemie entstanden sind, gewöhnen und unsere Arbeitsweise dementsprechend anpassen. Obwohl viele Prozesse dadurch verlangsamt oder sogar behindert wurden, können wir rückblickend doch sehr zufrieden mit dem sein, was wir 2020 erreicht haben.

Während das Jahr 2019 neben dem Bau einer Anlage in Deutschland vor allem für die Vorbereitung der Ausreise genutzt wurde, konnten wir 2020 direkt mit dem großen Meilenstein der aktuellen Projektphase beginnen: der Ausreise unserer Ehrenamtlichen nach Tansania im Januar und Februar 2020. Durch diese Ausreise konnten wir wichtige Bausteine für den späteren Verlauf und Erfolg des SoWaDi Projektes legen.

So konnten wir zunächst Wartungen an zwei unserer Anlagen zur solaren Wasserdesinfektion durchführen, die 2017 in Mwanga zusammen mit unserem Partner Kilimanjaro Childlight Foundation gebaut wurden. Neben der Wartung ließen sich hier auch noch technische Verbesserungen der zwei Anlagen realisieren. Im Nachbarort Kidia, Distrikt Old-Moshi konnten wir außerdem vier neue Anlagen aufbauen, sodass in Tansania nun insgesamt sechs unserer Testanlagen stehen.

Seitdem stehen wir im wöchentlichen Austausch mit den Begünstigten, um Daten zum Wasseroutput der Anlagen zu erhalten. Außerdem bekommen wir so mit, wenn es Probleme mit den Anlagen gibt und können beratend zur Seite stehen. Um die Funktionsweise der Anlagen zu überprüfen, führt unser Projektpartner in regelmäßigen Abständen Wassertests durch.

Es ist für unsere aktuelle Testphase sehr wichtig, zuverlässige Daten über die Anlagen zu bekommen. Um die Datenlage bezüglich der Performance der Anlagen auszuweiten, haben Studierende der TU Darmstadt im Zeitraum vom Mai bis August des vergangenen Jahres in Kooperation mit unserem Projektteam ein autarkes Messsystem entwickelt. Dieses Messsystem wurde liebevoll MONA (Monitoring Offgrid Node for Assessment of SoWaDi Performance) getauft. Ein ausführlicher Blogeintrag zu diesem Messsystem ist hier zu finden. Das Lesen lohnt sich auf alle Fälle!

Im August 2020 wurde unsere erste Bauanleitung veröffentlicht. Um eine weltweite Verfügbarkeit der Anlagen zu ermöglichen, soll der Materialeinkauf und Aufbau alleine mit dieser Bauanleitung möglich sein. Die erste Version der Anleitung wurde bereits im Rahmen einer Ausreise im Jahr 2017 erstellt. Seitdem konnten wir aber durch den mehrfachen Aufbau der Anlage (zweimal bei der Ausreise 2017, Sommer 2018, Sommer 2019 und viermal bei der Ausreise 2020) wichtige Erfahrungen bezüglich des Aufbaus sammeln und konnten die Anleitung aus dem Jahr 2017 entscheidend verbessern. Die Anleitung lässt sich übrigens hier kostenfrei herunterladen und ist einen Anblick auf jeden Fall wert!

In der dritten Projektphase, der aktuellen Testphase, geht es vor allem darum, möglichst viele Daten zur Nutzung, Qualität und Haltbarkeit der Anlage zu sammeln, damit langfristig betrachtet, technische Optimierungen und Effizienzsteigerungen vorgenommen werden können, bevor die Anlage auch außerhalb von Tansania verbreitet werden kann. Vor diesem Hintergrund war die Ausreise 2020, die Entwicklung des Messsystems MONA und die Veröffentlichung unserer Bauanleitung für den Projekterfolg SoWaDis sehr wichtig. Mit den Resultaten dieser drei Ereignisse sind wir als Projektgruppe überaus zufrieden.

Für das kommende Jahr 2021 wollen wir natürlich am Projekterfolg des vergangenen Jahres anknüpfen und stellen dementsprechend auch gewisse Ziele und Erwartungen.

Um eine breite und diversifizierte Datenbasis zu erhalten, wäre es durchaus erstrebenswert noch mehr Anlagen an verschiedenen Standorten aufzubauen. Dazu wollen wir in Kooperation mit anderen Ingenieure ohne Grenzen Projekten treten, um in ihren Projektregionen SoWaDi Anlagen bauen und testen zu können. Unsere Bauanleitung wird auch zu diesem Zweck sehr hilfreich sein.

Ein anderer Punkt, an dem wir anknüpfen wollen, sind die MONA-Boards. Wir wollen diese nutzen, um zum einen die Performance der Anlagen in Tansania genauer zu analysieren und zum anderen etwaige im Rahmen einer Ingenieure ohne Grenzen-Kooperation neu gebaute Anlagen direkt mit unserem Messsystem auszustatten.

Zu guter Letzt möchten wir im Jahr 2021 auch eine neue, zweite Testanlage in Darmstadt aufbauen. So können konstruktive Veränderungen direkt an einer der Anlagen erprobt und mit der unveränderten Anlage verglichen werden. Ziel ist es, so die Veränderung bezüglich der Performance zu evaluieren und damit konkrete Verbesserungen herausarbeiten zu können.