Materialeinkauf

Gasiano und Tim begutachten einen Schlauch

Nach unserer Ankunft im Malage VTC begannen wir direkt mit dem Materialeinkauf. Da Elli mit einem grippalen Infekt zu kämpfen hatte, fuhren zunächst nur Ludwig und Tim gemeinsam mit Gasiano in das 20 Minuten entfernte Mwanga. Dort verschafften wir uns zunächst ein Überblick und besorgten einige Materialien wie Glasscheiben, Lack, Draht, Container, Anschlüsse und Schrauben. Für das Holz suchten wir ein Händler unmittelbar neben dem Malage VTC auf. Da die Auswahl jedoch beschränkt war und großen Schwankungen unterlag, kauften wir lediglich das Holz für den Standfuß. Das gekaufte Holz holten wir dann mit dem Feuerwehrauto des Malage VTC ab. Am nächsten Tag starteten wir einen neuen Versuch in Sachen Holz. In Kisangara besuchten wir einen weiteren Holzhändler mit einer größeren Auswahl. Zudem befindet sich dort auch eine Schreinerei und so konnten wir die benötigten Bretter direkt zurecht schneiden und teilweise hobeln lassen.

Hardwarestore in Moshi

Für die weiteren Einkäufe fuhren wir zum 1 ½ h entfernten Moshi, einer größeren Stadt mit 156.000 Einwohnern. Dort besorgten wir ausgefallenere Materialien wie Kupferrohr und Aluminiumbleche. Auf Gasianos Vorschlag hin, werden wir für die Isolierung auf Sisal-Fasern zurückgreifen, da diese in der Region häufig angebaut werden. Am Samstag holten wir das Holz von der Schreinerei ab und konnten Schreibtischarbeit erledigen, Berichte schreiben, den Materialeinkauf auswerten, uns auf die kommende Woche vorbereiten und auch etwas entspannen.

Ankunft am Malage VTC

Wir mit Familie Senkoro bei Ludwigs Ankunft

Am Morgen des 11.01.17 traf auch Ludwig aus Norwegen in Usa River ein. Leider war sein Gepäck in Nairobi vergessen worden, trotzdem fuhren wir am gleichen Tag zusammen mit Eliet Senkoro nach Kisingara zum Malage Vocational Training Center. Dort wurden wir vom Schulleiter Gasiano Senzighe empfangen und zunächst auf dem gesamten Gelände der Schule herumgeführt.

Malage Vocational Training Centre
Überreichen der Gastgeschenke

Das Malage VTC ist ein Internat, in dem in dreijährigen Programmen verschiedene Ausbildungen wie KFZ MechanikerIn oder ElektrikerIn angeboten werden. Das Gelände ist sehr weiträumig und beherbergt neben den bis zu 100 Schülern einige Hühner, Kühe und Ziegen.

Auf dem Gelände befinden sich einige Zisternen, die zum Teil mit Regenwasser und zum Teil mit Leitungswasser aus den nahe gelegenen Bergen gefüllt sind. Das Wasser aus den Bergen besitzt eine wesentlich bessere Qualität, allerdings ist die Leitung wöchentlich nur für eine Stunde geöffnet, sodass diese Quelle begrenzt ist.

Die Familie von Gasiano trinkt lediglich abgekochtes Wasser, die Schüler trinken dagegen größtenteils unbehandeltes Wasser. Die zwei Anlagen, die von uns gebaut werden, sollen diese Trinkwassersituation verbessern.

In den folgenden Tagen werden wir die Materialen für den Bau der beiden Anlagen im nahe gelegenen Mwanga und im circa 1 ½ Autostunden entfernten Moshi besorgen. Am Dienstag soll dann mit den Workshops und dem Bau der Anlagen begonnen werden.

Treffen mit NGOs

Elisabeth Schulz, Prof. Nuhu Hatibu, Tim Müller und Hatibu Hassan beim Treffen im Impala Hotel

In den letzten Tagen trafen wir uns mit verschiedenen NGOs in Arusha und Moshi.

In Arusha trafen wir zunächst Prof. Nuhu Hatibu, der die NGO Kilimo Trust betreibt. Wir stellten ihm unser Konzept, die Anlage und den Ablauf der Projektphase vor. Als Experte für Tansania und für neue Technologien konnte er uns wertvolles Feedback für unser Projekt geben. Weiterhin lud er uns ein, seine sich im Bau befindliche Schule in der Nähe von Arusha zu besichtigen, was wir gerne in Anspruch nahmen. Die Arbeiter der Baustelle trinken zurzeit unbehandeltes Wasser, weshalb unser Projekt für Nuhu Hatibu auch ein persönliches Anliegen ist.

Begutachtung des Solar-Kochers von CAMARTEC

Als nächstes trafen wir uns mit Siza Tumbo, dem Leiter des Centre for Agricultural Mechanization and Rural Technologies (CAMARTEC). Diese Organisation beschäftigt sich vornehmlich mit agrarwirtschaftlichen Technologien und deren Verbreitung. Unser Wasserprojekt wurde nach einem ausführlichen Gespräch als vielversprechend eingestuft und man will weiterhin mit uns in Kontakt bleiben. Nach dem Gespräch wurden wir auf dem Gelände herumgeführt und besichtigten die dortigen Werkstätten. Die Werkstätten sind gut ausgestattet und bieten eine Vielzahl an Maschinen für die Bearbeitung von Holz und Metall.

In Moshi trafen wir uns dann noch mit Simon Mwakalinga, der die NGO ACRO (Africana Community Rehabilitation Organization) leitet. Auch diese NGO beschäftigt sich hauptsächlich mit agrarwirtschaftlichen Themen, allerding plant die NGO seit längerem ein Wasserprojekt zu starten. Aus diesem Grund wurde unser Projekt sehr interessiert besprochen. Simon wird uns am Malage Vocational Training Center besuchen, sobald die Anlagen gebaut sind, um sich einen weiteren persönlichen Eindruck zu verschaffen. Zudem wird er unser Projekt bei verschiedenen Schulen in der Umgebung ansprechen und Feedback einholen.

SoWaDi in Tansania

Am 06.01 um 12:00 Uhr landeten wir, Tim und Elli, nach 14 Stunden Flug sicher am Kilimanjaro Airport. Ein Taxifahrer brachte uns anschließend in die etwa 30 km entfernte Unterkunft in Usa River – Arusha. Dort wurde das Gepäck zunächst abgeladen und wir besuchten Eliet Senkoro auf dem Nachbargrundstück. Zurzeit beherbergt er seinen Freund Kasimir Simon (ein ehemaliger Darmstädter Ingenieur ohne Grenzen), der mit seiner tansanischen Frau deren Familie besucht. Im Laufe des Nachmittags entspannten wir uns dort von den Strapazen des Fluges und erläuterten Eliet und Kasimir unsere detaillierten Pläne für die Projektphase. Dieses Gespräch war gleichzeitig unser erstes NGO Treffen, da Eliet Senkoro hier in Tansania hauptamtlich Koordinator der Probono-Schulen ist. Probono ist eine in Frankfurt ansässige Organisation, die Schulpartnerschaften zwischen deutschen und tansanischen Schulen vermittelt und betreut. Nach einem reichhaltigen Abendessen kehrten wir in unsere Unterkunft zurück. Wir sind gespannt was Tansania noch für uns bereithalten wird!

Die nächste Projektphase steht an: Ausreise und Implementierung

Letztes Treffen vor der Ausreise einiger SoWaDi-Mitglieder

Endlich ist es soweit: die Ausreise nach Tansania und damit die nächste Projektphase stehen an. Alle Informationen sind zusammengetragen, die Materialien vorbereitet und die Gastgeschenke eingekauft.

Das Team um die Ingenieure des SoWaDi-Projekts blickt zurück auf ein paar anstrengende letzte Wochen mit viel Arbeit. Ein letztes Mal wurde an der Aufbau- und der Betriebsanleitung gefeilt. Für die Implementierung gibt es nun fertige Versionen in Englisch, die von den Mitgliedern fleißig aus dem Deutschen übersetzt wurden. Pünktlich zur Ausreise ist alles erledigt, sortiert und ausgedruckt. Elli, Tim und Ludwig reisen in ein paar Tagen zu unserem Projektpartner am Kilimanjaro. Dafür haben sie in letzter Zeit alle notwendigen Impfungen über sich ergehen lassen und die Reiseapotheke aufgestockt. Zusätzlich haben alle einen kleinen Crashkurs in Suaheli bekommen, was sicher einen guten Eindruck bei den Tansaniern machen wird. Als kleines Mitbringsel und Erinnerungsstück haben alle SoWaDi-Mitglieder Deutschland-Fußbälle für die Schulpause signiert.

Für die drei Ausreisenden stehen vor Ort zunächst einige Treffen mit ansässigen NGOs bevor, um weitere Partner für das Projekt zu finden und für unsere Anlage zu begeistern. Anschließend geht es zum Projektpartner Malage Vocational Centre, wo das Modell zur solarthermischen Aufbereitung von Brauchwasser von den Schülern der Berufsschule getestet werden soll. Im Fokus sollen dabei die Verständlichkeit der Anleitung und ein Langzeittest der Anlage unter realen Bedingungen stehen. Der Aufenthalt wird abgerundet durch verschiedene Wasser- und Hygiene-Workshops für die Schüler und das Testen des behandelten Wassers auf coliforme Bakterien.

Das Team ist sich einig: es steht eine große Zeit für SoWaDi an.