Unser Plan für acht Wochen Tansania: Ziele und Ablauf

Die letzten Vorbereitungen des Projektteams vor der Reise

Als erstes müssen wir hervorheben, dass dieses Projekt ein IOG-Forschungsprojekt ist und damit nicht dem Drehbuch eines klassischen Projektes von Ingenieure ohne Grenzen folgt (Erkundung – Implementierung – Evaluation). Seit neun Jahren arbeiten wir ehrenamtlich an der Entwicklung der SoWaDi-Anlage und haben schon viel erreicht: die Ausarbeitung des Konzeptes und die Erstellung eines thermodynamischen Modells, die ersten Prototypen und Funktionstests, die Erstellung und Verbesserung der Bauanleitung, der erste Eigenbau durch Berufsschüler in Tansania in 2017 und die ersten technischen Verbesserungen der Anlage. 

Was uns fehlt, ist Kenntnis über die Leistungsfähigkeit der Anlage über mehrere Jahre hinweg, um den Gewinn für die Nutzer richtig bewerten zu können. Wir befinden uns also in einer Testphase, in der wir die Technik erproben und validieren.  

Die dieses Jahr gebaute Testanlage in Deutschland dient ebenfalls dem Zweck der Datenerhebung über einen langen Zeitraum. Die Umgebungsbedingungen in Deutschland unterscheiden sich allerdings deutlich von denen in Tansania und Testanlagen, die in Tansania unter realen Bedingungen betrieben werden, liefern natürlich mehr Aufschluss über die Leistungsfähigkeit. 

Also haben wir es uns zum Hauptziel gesetzt in dieser Ausreise möglichst viele Anlagen zu errichten und den Informationsaustausch mit den Nutzern sicherzustellen. Im Sommer 2019 hatten wir noch geplant, mit drei Personen für sechs Wochen auszureisen und an zwei Standorten jeweils zwei Anlagen in Betrieb zu nehmen. Dank der großartigen Unterstützung durch unsere Spender konnten wir die Ausreise auf acht Wochen erweitern und werden and einem weiteren Standort ebenfalls zwei Anlagen aufbauen. 

Durch diese Verteilung können wir unter den Anlagen gut vergleichen. Performt eine Anlage besser als ihr Zwilling am gleichen Standort? Performen die Anlagen an einem Standort anders als einem anderen Standort? Gibt es Unterschiede in der Bedienung? Welche Einflüsse haben eine Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit der Anlage? 

Andere Aspekte des Projektes werden wir in der Ausreise ebenfalls beleuchten. Die Verbreitungs-Gruppe hat Vorbereitungen für eine Marktforschung getroffen und die Ausreisenden werden mit den vorbereiteten Fragen Interviews und Befragungen mit Nutzern, Handwerkern und lokalen Behörden und NGOs durchführen. Dadurch soll die Zielgruppe besser eingegrenzt und beschrieben werden, damit die Anlage nach der Testphase am geschicktesten an die Nutzergruppen verbreitet werden kann, die von der Anlage am meisten profitieren. 

Die Bauanleitung haben wir ebenfalls verbessert und werden die Anlagen wieder mit den Nutzern zusammen aufbauen. 

Am 8. Januar starten zunächst Edgar, Julius und Jonas nach Tansania. In den ersten Tagen werden wir uns in Moshi mit unserem Projektpartner besprechen und Vorbereitungen für unsere Aufenthalte an den jeweiligen Standorten treffen. Die folgenden zwei Wochen geht es für uns an das Malage VTC in Mwanga. Das ist der Standort, an dem wir 2017 die beiden Anlagen gebaut haben, die leider nicht mehr in Betrieb sind. Diese Anlagen werden wir wieder in Stand setzen und unsere technischen Verbesserungen einfließen lassen. 

Danach gehen wir nach Kidia in Old Moshi, um dort zwei neue Anlagen aufzubauen. Unser Aufenthalt dort ist für drei Wochen angesetzt, wobei Jonas bereits nach einer Woche den Standort wieder verlässt. Denn dann ist Halbzeit der Ausreise und Rebecca kommt nach Tansania. Da wir nun zu viert sind, teilen wir uns auf und während Julius und Edgar den Bau der Anlagen in Kidia abschließen, werden Jonas und Rebecca sich zunächst mit verschiedenen Organisationen für Interviews und Befragungen treffen. Danach gehen die beiden an den dritten Standort, eine Berufsschule in Boma Ng’ombe, um dort den Bau der letzten beiden Anlagen zu starten. 

Für Edgar endet seine Ausreise mit der Fertigstellung der Anlagen in Kidia und er reist nach sechs Wochen Auftenthalt in Tansania wieder zurück nach Deutschland. Julius verlässt ebenfalls Kidia und reist zum dritten Standort, um dort zusammen mit Rebecca und Jonas die letzten beiden Anlagen fertigzustellen. Am Ende der acht Wochen werden wir alle Standorte besuchen und alle Nutzer an einen Tisch bringen. Denn nicht nur die Kommunikation zwischen uns und den Nutzern soll funktionieren, sondern auch die Nutzer untereinander sollen sich kennen und sich bei eventuell auftretenden Problemen unterstützen können. 

Das Ausreise-Team stellt sich vor

Nach fast drei Jahren ist es endlich soweit: Die nächste Ausreise für SoWaDi steht an!  

Drei Jahre in denen einiges passiert ist. Die Anlage wurde gleich zwei Mal hier in Darmstadt von uns gebaut, wir wagten uns an eine Konzepterarbeitung zur Verbreitung, erlangten ­viel Wissen rund um unsere Anlage und wagten uns wisshungrig daran Messtechniken an der Anlage zu verbauen, um Langzeitdaten zu erhalten.  

Rückblickend hat sich das Warten also gelohnt und wir konnten ein Team für die Ausreise zusammenstellen, dem es an Motivation, Fachwissen und Kommunikationsgabe nicht mangelt. Dieses Team besteht aus Edgar, Jonas, Julius und Rebecca. 

v.l.n.r.: Sara, Jonas, Julius, Rebecca, Edgar

Edgar ist einer unser wenigen Mitglieder mit langjähriger Berufserfahrung, überaus fit in allerlei handwerklichen Tätigkeiten und tatkräftig innerhalb der Themengruppe Performance. Sein Augenmerk liegt auf technischen Themen und ist unser Experte in Sachen Wassertests, Materialeinkauf und den Workshops, die wir vor Ort halten werden.  

Auch Jonas arbeitet schon seit drei Jahren und hat in seinem Beruf als Inbetriebnahmeingenieur schon viel wertvolle Erfahrung im Ausland sammeln können, die ihm bei der Ausreise sicherlich zugutekommen wird. Er ist innerhalb des Ausreiseteams schon am längsten bei SoWaDi dabei und seit diesem Jahr Ansprechpartner. Jonas trägt offiziell die Projektleitung und sorgt als Handkassenbeauftragter zusätzlich dafür, dass alle Quittungen sorgfältig gesammelt und eingepflegt werden. 

Gleichzeitig mit Jonas als Ansprechpartner angefangen hat Julius, der momentan seinen Master in Maschinenbau absolviert. Er ist vor ungefähr einem Jahr zum SoWaDi-Team dazu gestoßen und seitdem sehr aktiv in der Gruppe Performance, was ihm die Rolle als technischen Leiter eingebracht hat. Er ist bestens mit den Aspekten der Anlage und der Messtechnik vertraut, sodass aus technischer Sicht nichts schief gehen kann. 

Rebecca ist erst seit wenigen Monaten in der Projektgruppe und hat sich erfreulicherweise bereit erklärt, die vierte Position des Ausreiseteams zu besetzen. Sie studiert Sustainable Urban Development und bringt Erfahrung in ehrenamtlicher Tätigkeit im Ausland mit. Unglaublich schnell hat sie sich in das Projekt und insbesondere in die Themengruppe Verbreitung eingearbeitet und ist damit zur Expertin für unsere Marktforschungsthemen geworden.  

Die nicht mitreisenden 16 Ehrenamtlichen des Projektteams werden in Darmstadt das Backoffice bilden und dort nicht nur in den Themengruppen Performance, Verbreitung, Anleitung, CAD weiterarbeiten, sondern zusätzlich die Ausreisenden unterstützen. Die Leitung des Backoffices übernimmt Sara, die schon am längsten zum Ansprechpartner-Trio gehört und in der Regionalgruppe bestens vernetzt ist. Sie sorgt dafür, dass Aufgaben reibungslos verteilt und erledigt werden. So sollen Blogeinträge schnellstmöglich hochgeladen werden, die Ausreisenden werden schnell Antwort auf Nachfragen bekommen und Chancen und Risiken, die während der Ausreise aufkommen, werden bewertet, um mit dem Ausreiseteam zusammen die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. 

Zusammen bringt das Projektteam also alles mit, was man für eine erfolgreiche Ausreise braucht! 

Das Team hat sich in den letzten Monaten zusätzlich zur regulären Projektarbeit regelmäßig getroffen, um allerlei Fragen und Probleme zu klären. Dazu zählten das Erstellen eines Zeitplans und Budgets, einer Liste an Equipment, das für die Reise benötigt wird, das beantragen des Visums sowie die gesundheitliche Vorbereitung in Form der Tropentauglichkeitsuntersuchung und Impfungen. Aber auch mit inhaltlichen Fragen zur Messtechnik und der Instandsetzung der Anlagen vor Ort wurde sich viel beschäftigt. Außerdem wurde regelmäßiger Kontakt zu den Projektpartnern vor Ort gepflegt, die im Vergleich zur Ausreise 2017 nicht nur das Malage VTC in Mwanga umfassen, sondern ebenfalls die Kilimanjaro Childligt Foundation (Link auf: https://ingenieure-ohne-grenzen.org/de/projekte/deu-iog02?v=partner), das Mamtukuna Folk Development College und eine Gemeinde in Kidia im Stadtteil Old Moshi. 

In unserem nächsten Blogeintrag werden wir etwas mehr über die Ziele und den geplanten Ablauf unserer Reise berichten, denn in den acht Wochen haben wir viel vor und das alles lässt nicht in einen kleinen Absatz packen. 

Die Anlage macht Winterschlaf

Auch Darmstadt wird langsam aber sicher vom kalten deutschen Winter eingeholt. Um die Testanlage an der Lichtwiese vor Minustemperaturen, Schnee, Regen und Wind zu schützen hat sich das SoWaDi Team entschieden, die Anlage bis zum Frühling außer Betrieb zu nehmen und sie wetterfest zu machen. So wird die Verkabelung der Messtechnik und feuchtigkeitsanfällige Komponenten wie das Holz oder die Dämmwolle geschützt, außerdem können über den Winter ohne genügend Sonnenstrahlung keine nützlichen Messdaten erhoben werden.  

Am 19.10. traf sich also die Themengruppe Performance mit Plane und Werkzeug ausgestattet am Testfeld, um zur Tat zu schreiten. Das restliche Wasser wurde herausgelassen, die Wasserbehälter abmontiert, um zu vermeiden, dass das Plastik porös wird, und schließlich wurde die oberste Glasscheibe, die leider im Sommerbetrieb der Anlage einen Sprung bekommen hat, herausgenommen. Sie soll in nächster Zeit untersucht werden, um eine Lösung für das Problem, welches auch in Tansania aufgetreten ist, zu finden.  

Zum Schluss wurde die komplette Anlage mit einer Plane überdeckt, diese wurde an der Anlage festgetackert und festgeschraubt sowie am Boden mit Steinen beschwert. So erhoffen wir uns, dass alles den Winter übersteht und wir nächstes Jahr weiter mit der Anlage arbeiten können. 

Testanlage die Zweite

Unser ganzer Stolz: Die fertige Anlage

Eine SoWaDi-Anlage in Darmstadt, an der langfristig Messdaten erhoben werden können und spontane Änderungsideen schnell ausprobiert werden können – davon konnte das SoWaDi Team bisher nur träumen. Dank der TU Darmstadt, die uns netterweise einenen Platz auf dem Experimentierfeld am Campus Lichtwiese zur Verfügung gestellt hat, konnte der Wunsch am Wochenende vom 14.06. bis 16.06. (also genau ein Jahr nach dem letzten Aufbau) erfüllt werden.

Das Projektteam traf sich am Freitag, um die zuvor gekauften Materialien zu checken und den Ablauf des Wochenendes zu besprechen. Am Samstagmorgen wurde dann voller Tatendrang in den Aufbau gestartet. Um alles glatt über die Bühne zu bringen, wurden schon im Vorhinein Gruppen gebildet, die sich um verschiedene Teile der Anlage kümmern sollten. So begannen parallel die Arbeiten am Standfuß, am Absorberkasten sowie das Rohrbiegen. Nachmittags wurden Rohre und Bleche verbunden sowie schwarz angesprüht. Der Sonntag wurde für den Bau der Zwischen- und Überrahmen sowie die Endmontage reserviert.

Auch bei diesem Aufbau war eines der Ziele, die verbesserte Version der Anleitung unter die Lupe zu nehmen und in der Praxis zu testen, um eventuell weitere Anpassung vorzunehmen. Alle Verbesserungsvorschläge wurden deshalb fleißig notiert und in den anschließenden Treffen evaluiert. Besonders das Befüllen des Rohres mit Sand und das anschließende Entleeren führte erneut zu Problemen und warf viel Diskussionsbedarf für andere Möglichkeiten auf.

Das Befüllen des Rohres mit Sand stellte eine große Herausforderung dar.

Im Gegensatz zu den bisherigen Anlagen wurde beschlossen, das Kupferrohr dieses Mal nicht in tiefgezogene Bleche zu legen, sondern das Kupferrohr lediglich auf der Oberfläche der Bleche anzubringen. Dadurch soll getestet werden, ob sich das sehr zeitaufwändige Tiefziehen der Bleche im Hinblick auf den Durchlauf lohnt. Des Weiteren wurde an der Anlage eine vom Team konzipierte Messtechnik angebracht. Messziele sind unter anderem der Energieeintrag, die maximal erzielbare Outputmenge sowie der Einfluß von Kurzzeitbewölkungen auf den Output. So sollen in Zukunft verifizierbare Vorhersagen über mögliche Outputmengen und -zeiten getroffen werden können.

Das Rohr wurde mit den Blechen verbunden und in den gedämmten Absorberkasten gelegt

Dank der 15 motivierten Helfer konnte der Aufbau erfolgreich über die Bühne gebracht werden. Auch viele neue Gesichter bei SoWaDi konnten so die Anlage und die Anleitung erstmals richtig kennenlernen und beobachten, wie der erste Schwall desinfiziertes Wasser aus der eigens gebauten Anlage fließt. Der Aufbau sowie das Aufzeichnen der Messdaten war sehr aufschlussreich und eröffnete neue Arbeitspakete für unsere Projektarbeit.

Die fertige Anlage befindet sich am Campus Lichtwiese zwischen den Gebäuden des Fachbereichs Architektur und des Kletterzentrums Darmstadt. Interessierte sind herzlich dazu eingeladen, durch den Zaun zu spähen und sich hier auf der Homepage näher über das Forschungsprojekt zu informieren.

Freude nach der Fertigstellung der Anlage

Aufbau einer SoWaDi-Anlage

Am Wochenende vom 15.06. bis 17.06.2018 war es wieder einmal so weit: Die Mitglieder der SoWadi-Gruppe trafen sich zu weiteren Tests bezüglich der erneuerten Konstruktion der Anlage. Dafür wurde das System von unserem Team mit allen konstruktiven Neuerungen während der beiden Tage komplett aufgebaut. Der Fokus lag dabei auf dem Biegen der Aluminiumbleche, dem Biegen des Kupferrohrs sowie der Glasfront des Absorbers. In allen drei Fällen wurden in den letzten Monaten weitreichende Änderung in Durchführung und Beschaffenheit vorgenommen, diese wurden nun genau überprüft.

Das SoWaDi-Team nach dem erfolgreichen Nachbau der Anlage

Das Kupferrohr wird mit den Blechen verbunden

Für das Biegen der Bleche wurde die neue und stark vereinfachte Tiefziehvorrichtung verwendet. Hiermit konnten die Bleche schneller und wesentlich leiser (ohne Hammer) bearbeitet werden.

Auch das neu eingeführte Befüllen des Kupferrohrs mit Sand, um Einschnürungen während des Biegens zu verhindern, kam bei diesem Aufbau zum Einsatz. Hierbei war die erste Hürde, das 10 Meter Rohr möglichst ohne Lufteinschlüsse mit komplett mit Sand zu befüllen, ohne es zu entrollen und das Material zu stark zu beanspruchen. Dies gelang durch Einsatz einer Leiter und leichtes Schütteln des gesamten Rohres. Dass die Mühe sich gelohnt hatte, zeigte sich beim Einspannen und Biegen des Rohres, die zuvor beobachteten Einschnürungen traten nicht mehr auf. Auch das Entfernen des Sandes konnte elegant gelöst werden: Nach dem Verbinden des Rohres mit den Aluminiumblechen konnte der Sand durch Rotation des Konstrukts aus dem Rohr entfernt werden.

Auflegen der Glasscheiben

Die Neuerung der Glasfront bestand darin, die untere der Glasscheiben horizontal in mehrere Stücke zu unterteilen. Dies soll die thermische Belastung besser verteilen und beim Ausdehnen der Scheiben die bisher teilweise aufgetretenen Sprünge verhindern.

In den kommenden Wochen soll die Anlage im Hinblick auf Performance getestet werden. Hierzu sollen neben der Temperatur der Wasseroutput sowie die Sonneneinstrahlung gemessen werden.

Vorbereitungen für einen neuen Aufbau

Zu unserem Regionalgruppenwochenende vom 25.-27.Mai fanden sich die motivierten IoG-ler wieder einmal in Mossautal im Haus St. Michel zusammen. Die SoWaDi-Gruppe nutzte den Tag überwiegend für die Vorbereitung des anstehenden Aufbaus einer SoWaDi-Anlage im Juni. Für den erfolgreichen Verlauf des Aufbaus am 15.-17.Juni wurde ein Ablaufplan erstellt, bei dem festgehalten wurde, welche Kleingruppe welche Aufgabe an diesem Wochenende übernimmt und welche Aufgaben vorab noch erledigt werden müssen. Außerdem wurden letzte Änderungen an der Anleitung vorgenommen und einzelne Arbeitsschritte optimiert. Nach der Projektarbeit in Kleingruppen fand sich die Gruppe wieder zusammen um noch einmal zusammen zu tragen, was an diesem Tag alles geschafft wurde. Neben der intensiven Arbeit an unseren Projekten fand sich auch noch genug Zeit für den gemeinsamen Austausch mit der gesamten Regionalgruppe.

Ein Teil des Teams plant den anstehenden Aufbau der Anlage.

Neue Werkzeuge für den Aufbau

Tiefziehen des Bleches mit dem neuen Ansatz

Am 13. Januar trafen sich die SoWaDi-Mitglieder auf dem Hochschulgelände, um einige in den letzten Monaten erarbeitete Änderungen am Aufbau zu testen. Der Fokus lag auf zwei wichtigen Konstruktionen, die den Aufbau unterstützen sollen: Der Rohrbiegevorrichtung und der Tiefziehvorrichtung. Dazu wurde außerdem eine Plexiglas-Oberfläche getestet.

Vor der Weihnachtspause hatten sich Kleingruppen gebildet, um sich zu überlegen, wie die bisherigen Vorrichtungen verbessert werden können. Der Anlagentest in Tansania des vorherigen Jahres hatte nämlich gezeigt, dass das Biegen des Rohrs und das Bearbeiten der Bleche nicht immer präzise genug möglich waren.

Um das Rohr zu biegen, hatte die Gruppe bereits auf dem Regionalgruppenwochenende ein Kupferrohr mit Sand befüllt. Dies hatte mit einem kurzen Rohr sehr gut funktioniert, sodass diesmal überprüft werden sollte, ob sich das Prinzip auf ein Rohr von elf Metern Länge übertragen lässt. Nachdem der trockene Sand in teils mühsamer Arbeit in das Rohr gefüllt worden war, wurde mit einer neu gebauten Rohrbiegevorrichtung versucht, das Rohr möglichst gleichmäßig und ohne Einschnüren zu biegen. Unterm Strich überzeugte dabei der neue Ansatz.

Bei der Tiefziehvorrichtung wurde ein komplett neues Vorgehen getestet: Das Blech wurde mit Schraubzwingen fixiert und anschließend manuell mithilfe eines Hebels um ein Metallrohr herum gebogen. Zum Vergleich führte die Kleingruppe noch einen Test mit der alten Tiefziehvorrichtung durch.

Eine dritte Kleingruppe untersuchte, ob sich anstelle von Glasscheiben zur Abdeckung des Absorberkastens auch Plexiglas eignen könnte. Dazu testete das Team die Kratzfestigkeit und die Hitzebeständigkeit des neuen Materials.

Es bleibt noch zu evaluieren, inwiefern die neuen Konzepte künftig beim Aufbau der SoWaDi-Anlage eingesetzt werden.

Test der Rohrbiegevorrichtung

Das Kupferrohr wird mit Sand befüllt, so soll eine zu starke Belastung des Materials beim Biegen verhindert werden.

Am 03. November ging es für die SoWaDi-Projektgruppe gemeinsam mit dem Rest der Darmstädter Regionalgruppe von Ingenieure ohne Grenzen ins Gästehaus St. Michael im Mossautal im Odenwald: Regionalgruppenwochenende – das bedeutet neben der Gelegenheit, sich untereinander bei viel Spiel, Spaß und Sport besser kennenzulernen, auch die Möglichkeit, intensiv an den Projekten zu arbeiten. Im Zentrum unseres Schaffens stand diesmal neben der langfristigen Planung von SoWaDi die Verbesserung der Rohrbiegevorrichtung: In unserer aktuellen Projektphase versuchen wir kleinere Schwachstellen der Anlage zu verbessern, die sich im Januar während des Baus und Betriebs in Tansania gezeigt haben, und die Änderungen in einem nächsten Schritt in die Anleitung zu übernehmen. Dabei ist uns besonders wichtig, dass alle neuen Lösungen sich gut verständlich in die Anleitung integrieren lassen, sodass ein Eigenaufbau durch die Nutzer weiterhin möglich bleibt. Zu den Dingen, die wir verbessern wollen, gehört u.a. die Rohrbiegevorrichtung, mit deren Hilfe das kupferne Steigrohr des Absorbers gebogen wird. Das in Tansania etwas dünnere Kupferrohr schnürte beim Biegen ein, sodass Durchfluss und Output verringert wurden. Um dieses Einschnüren zu verhindern, wurden in den vergangenen Wochen mehrere Lösungsansätze entwickelt, die auf dem Regionalwochenende getestet wurden. Endlich wieder praktisch an der Anlage arbeiten zu können, hat nicht nur allen Teammitgliedern großen Spaß gemacht, sondern war auch sehr erfolgreich:

Die Biegung des Rohres wird auf Einschnürungen untersucht.

So funktionierte der Ansatz, das Rohr vor dem  Biegen mit Sand zu befüllen und es dadurch von innen zu stabilisieren, mit einen kurzen Stück Testrohr hervorragend. Nun bleibt abzuwarten, ob er auch bei dem wesentlich längeren Steigrohr praktikabel ist. Dies wird sich spätestens im Januar herausstellen, wenn wir eine neue SoWaDi-Anlage mit allen bis dahin erarbeiten Änderungen bauen wollen. Auch dieses Ziel ist Ergebnis des Regionalgruppenwochenendes: So haben wir die erste Arbeitsphase der Projektarbeit für die langfristige Planung des Projekts genutzt. Bis April möchten wir alle Schwachstellen ausgebessert und damit die aktuelle Phase unseres Projektes abgeschlossen haben. Danach werden wir mit der Organisation einer nächsten Auslandsphase beginnen, so dass wir hoffentlich zu Beginn von 2019 erneut ausreisen können.

Wir haben uns viel für die nächsten Wochen vorgenommen und freuen uns auf die Arbeit!

Vortrag in der Wackerfabrik

Bilderausstellung in der Wackerfabrik

Bilderausstellung in der Wackerfabrik
Bilderausstellung in der Wackerfabrik

Um über die SoWaDi Auslandsphase in Tansania zu informieren und für das Thema Entwicklungszusammenarbeit zu sensibilisieren, hielten Tim und Elli am 05.05.2017 einen Vortrag im F3 der Darmstädter Wackerfabrik. Frei nach dem Motto “Es lebe die Diashow” wurde Bilder- und Videomaterial von der Arbeit in Tansania vorgeführt und erläutert. Anschließend wurde eine Diskussionsrunde eingeleitet, an der die rund 40 Besucher gerne teilnahmen. Zur Abrundung des Programms wurden traditionelle tansanische Speisen angeboten, der Erlös ging dabei an das SoWaDi Projekt.

In der folgenden Woche wird eine Bilderausstellung der
Projektphase in der Wackerfabrik für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Evaluierung der Auslandsphase

Vier Wochen nach unserer Rückkehr nach Deutschland sind wir aktuell mit der Evaluation der Projektphase beschäftigt. Die Daten, Messungen und Informationen, welche wir gesammelt haben, werden geordnet und analysiert. Bis Mitte April sollen diese zusammengefasst sein, sodass wir auf dieser Grundlage das weitere Vorgehen festlegen können.  Im Anschluss werden die Änderungen, sowohl an der Anlage als auch Anleitung, eingearbeitet und ein Konzept für die Verbreitung ausgearbeitet.

Das Team ist sehr motiviert und möchte das Projekt weiter voranbringen, insbesondere da wir positive Wassertestergebnisse aus Tansania bekommen haben. Eine durch die Anlage behandelte Wasserprobe wurde durch ein lokales Labor untersucht und die Ergebnisse zeigen, dass jegliche Bakterien abgetötet wurden. Die Funktionsfähigkeit der Anlagen wurde somit durch offizielle Seite bestätigt!

Das Malage VTC nutzt die Anlagen täglich und kümmert sich gewissenhaft um diese. Die Schüler reinigen beide Anlagen regelmäßig und es wurden bereits erste Verbesserungen vorgenommen. Zusätzlich bekommen wir wöchentliche Reports über den Zustand der Anlage und die Menge an behandeltem Wasser zugesendet.